Von der harten zur weichen Schale – Hard- und Softshell im Vergleich

veröffentlicht von Sarah am 2. Juni 2015

Softshell Header

Ja, ich gebe es zu. Ich bin eine dieser Deutschen, die schon von Weitem als Deutsche erkannt wird. Die in Outdoorkleidung den Pferdestall ausmistet, in Wanderschuhen Brötchen holt und in wind- und wasserabweisender Jacke zu Terminen erscheint.

Die, die irgendwie immer neue Wander-Kleidung findet und auch im Büro in Softshell-Hose sitzt. Die, deren Kleiderschrank keinen Platz mehr für „normale“ Kleidung hat.

Und ja, ich gebe auch zu, dass da eine Marke besonders häufig vorkommt. Während bei Timo sich ein bunter Markenmix stapelt, bin ich vor sieben Jahren bei der mit dem Pfotenabdruck hängen geblieben.

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Ich hatte mir vor meinem Auslandsjahr in Neuseeland und Australien eine (damals sauteure) knallrote Jack Wolfskin Jacke gekauft und war tierisch stolz darauf. Sie hat mich überall begleitet. Bis uns dann das Auto aufgebrochen und genau diese Jacke, neben anderen Dingen, geklaut wurde.

Hardshell Jacke

Es folgte eine Reihe von langen Telefonaten, Fahrten zu Polizeistationen, Diebstahl-Fachausdrücke nachschlagen und Reparaturen am Auto. Ich hatte meine Jacke lange aufgegeben.

Da kam plötzlich der Anruf: Ein Teil des Diebesgutes wurde gefunden und wird uns gebracht. So fuhr eines nachmittags ein Polizeistreifenwagen vor meine Unterkunft und der Uniformierte hielt meine Jacke in den Händen.

So ein Erlebnis verbindet einfach. Wahrscheinlich hänge ich deswegen so an dieser Jacke und der Marke.

Es kamen inzwischen natürlich viele tolle neue Kleidung dazu. Einen Teil habe ich dir letzten Winter vorgestellt.

Bisher war ich mehr mit einer harten Schale, also Hard-Shell, unterwegs. In den zehn Tagen Sächsische Schweiz habe ich jetzt ausgiebig Soft-Shell Equipment getestet.

Mit dabei waren die Gravity Flex Jacke und die Gravity Flex Hose von Jack Wolfskin.

Erster Vorteil: Die Jacke macht sich unglaublich gut auf Fotos wie La Vida Colorista bewiesen hat, oder? 😉

Softshell-im-Feld

Eigentlich wollte ich die Softshell Hose ja in knallorange haben. Gab es leider nicht mehr, jetzt habe ich sie in grau. Vermutlich war das auch ganz gut so, sonst wäre es wahrscheinlich ein bisschen zu viel des Guten gewesen.

Tragekomfort der Softshell Jacke

Ich bin direkt vom ersten Tag an begeistert. Softshell ist einfach viel elastischer als Hardshell und lässt sich deutlich angenehmer tragen. Weniger Gewicht und auch noch atmungsaktiver.

Außerdem lassen sich die Ärmel der Jacke hochschieben und über dem Ellenbogen so befestigen, dass sie dort auch bleiben. Ich ziehe die Jacke also viel weniger an und aus, als meine Hardshell-Regenjacke.

Und was ist im Regen?

Bekanntlich ist Softshell ja super in der Sonne, aber im Regen echt ungemütlich. Ich verfluche meine Wahl deswegen sofort, als ich gleich bei der Bastei in einen Platzregen gerate. Doch obwohl die Jacke ziemlich nass wird, hält sie dicht.

Irgendwann ist bei einer Softshell Jacke aber natürlich auch das Maximum erreicht. Lange Regengüsse hält sich nicht ab und wenn der dünne Stoff der Jacke morgens die nasse Zeltwand berührt, ist er sofort durchgeweicht. Das wäre mit meiner Hardshell Jacke nicht passiert.

Softshell Jacke im Regen

Tragekomfort der Softshell Hose

Die Gravity Flex Pants ist genauso angenehm zu tragen, wie auch die Jacke. Dabei ist sie allerdings nur für wirkliche sportliche Aktivitäten oder sommerliche Temperaturen geeignet, denn der Stoff ist logischerweise sehr dünn.

An den Knien und am Po hat die Hose verstärkte Stellen, doch ins Nasse würde ich mich damit trotzdem nicht setzen. Der Vorteil allerdings: Die Hose wird zwar schnell nass, trocknet aber auch genauso schnell wieder. Ein kurzer Sommerregen ist also kein Problem.

Mein Fazit zur weichen Schale

Ich bin der totale Softshell Fan geworden. Die Sachen tragen sich einfach so viel angenehmer und leichter als die sperrigeren Hardshell Kleidungsstücke. Außerdem lässt sich eine Softshell Jacke sehr klein zusammenrollen und nimmt im Rucksack kein Gewicht ein.

Ganz ohne Hardshell-Regenjacke würde ich aber trotzdem nie auf längere Tour gehen. Da hätte ich Angst, doch klitschnass zu werden. So kommt vermutlich weiterhin beides mit: Meine ehemals gestohlene Regenjacke und die neue trendige leichte.

Was nutzt du? Soft- oder Hardshell? Oder auch so wie ich beides?