Pferd einfahren – Egons Weg zum Kutschpony

veröffentlicht von Sarah am 24. Januar 2017

Pferd einfahren Schritte

Das Wandern mit Pony ist definitiv eine Leidenschaft von mir. Aber natürlich beschäftige ich Egon in den Wanderpausen auch mit anderen Dingen, wie Tricks, verschiedene Bodenarbeit und Longieren.

Unser neues großes Projekt ist die Ausbildung zum Kutschpony, also das Einfahren von Egon. Mein Ziel ist es, in diesem Jahr so weit zu sein und Egon erstmals vor den Gig zu spannen.

Weder er noch ich haben bislang (zumindest soweit ich weiß, ich habe Egon ja mindestens aus „dritter Hand“) Erfahrung beim Pferd einfahren oder vor der Kutsche.

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Deswegen möchte ich euch gerne mitnehmen auf unserem Weg und euch unsere bisherigen Schritte schon einmal vorstellen.

Vorbereitung zum Pferd einfahren: Langzügel

Bevor Egon am Ende richtig eingefahren wird, gehört einiges an Vorbereitung dazu. Begonnen habe ich mit der Ausbildung am Langzügel. Denn obwohl Egon ein unerschrockenes und erfahrenes Wanderpony ist, kennt er Zügelhilfen und ein typisches „Lenken“ bisher gar nicht.

Ich habe also damit begonnen, zuerst eine Doppellonge und dann meine Langzügel, die ich schon hatte, in sein Stallhalfter zu schnallen und ihn von hinten zu lenken. Dafür habe ich das Kommando „Alleh“ etabliert, welches ihm sagt, dass er loslaufen soll, unabhängig davon, wo ich stehe und was ich mache.

Pferd einfahren Doppellonge

Am Anfang bin ich noch seitlich mitgelaufen, habe Zügelhilfen wie beim Reiten gegeben und ganz viel gelobt, wenn er daraufhin den Kopf gedreht hat oder abgebogen ist. Bald habe ich mir eine Gerte dazu genommen, die bei mir vor allem als äußere Begrenzung dient.

Nach und nach habe ich mich immer mehr nach hinten orientiert, bis ich schließlich ganz hinter ihm gelaufen bin.

Meine Learning bei der Langzügelarbeit als Vorbereitung zum Pferd einfahren

Equipment: 

Ich liebe meine Langzügel aus Elchleder, aber sie sind für die Arbeit mit Shetty einfach viel zu lang und unhandlich. Für die richtige Langzügelarbeit reicht es, wenn ich nur einen der Zügel nehme und diesen mit beiden Enden am Kopfstück fixiere. Wenn ich mit etwas Abstand hinter Egon laufen will („Fahren am Boden“) reicht das jedoch leider nicht.

Hier bin ich noch auf der Suche nach richtigen Shetty-Langzügeln.

Zeit

Ich bin diese ersten Schritte mit sehr viel Ruhe und Zeit angegangen, da ich gemerkt habe, wie das Gelernte im Ponykopf rotiert. Auch hab ich immer mal wieder ein paar Tage Pause und etwas ganz anderes gemacht und gemerkt, wie Egon danach wieder mit Feuereifer bei der Sache war.

Vorbereitung zum Pferd einfahren: Gewöhnung ans Equipment

Mein Plan ist, dass Egon später mit Fahrtrense und Liverpool-Kandare vor der Kutsche läuft. Das kennt er beides natürlich auch noch nicht, weswegen ich ihn nach und nach an die neuen Sachen heranführe.

Wareika

Für meine derzeitige Langzügelarbeit (aber auch für Spaziergänge und wenn Egon als Handpferd mitläuft) nutze ich eine Wareika von Sieltec, also ein gebissloses Kopfstück.

Wareika zum Pferd einfahren

Dieses hat Egon sofort super angenommen und ich merke, dass er damit vor allem als Handpferd noch schöner mitläuft als am Stallhalfter. Die Hilfen kommen einfach noch genauer am Pferdekopf an und das natürlich ohne ständig daran zu reißen.

Kopfstück mit Blendklappen

Ja, ich weiß: Blend- oder Scheuklappen werden nur bei mehreren Pferden vor der Kutsche genutzt, um die Peitsche präzise einzusetzen und das jeweils andere Pferd nicht mit anzusprechen. Sie sind nicht gegen das Scheuen für Umwelteinflüssen gedacht.

Trotzdem gibt es einige, die auch ein alleiniges Pferd mit Blendklappen fahren. Deswegen möchte ich gerne für Egon und mich herausfinden, was für uns besser geeignet ist, bevor es dann richtig ans Einfahren geht.

Fahrtrense Pferd einfahren gebisslos

Manche Pferde laufen mit Scheuklappen sicherer und sind konzentrierter. Andere werden erst recht nervös, wenn sie eben nicht alles sehen können. Auch kann es passieren, dass Scheuklappen während der Fahrt plötzlich verrutschen, die Kutsche im Blickwinkel auftaucht und das Pferd dann durchgeht, weil es diesen Anblick nicht gewohnt ist (wobei bei einem gut sitzenden Kopfstück das eigentlich nicht passieren sollte)

Auf jeden Fall alles Faktoren, die bedacht und berücksichtigt werden sollten.

Ich habe also mit Egon erst viel mit der Wareika geübt und fange nun mit der Fahrtrense (noch ohne Gebiss) inklusive Scheuklappen an.

Dafür habe ich ihn zunächst nur auf dem Reitplatz ganz normal geführt, damit er sich an die begrenzte Sicht gewöhnen kann. Als das gut klappte, habe ich die erste Langzügelarbeit mit diesem Kopfstück begonnen.

Mein bisheriges Fazit zu den Scheuklappen

Ich habe das Gefühl, Egon läuft tatsächlich mit Scheuklappen besser als ohne. Er scheint mir konzentrierter und mehr bei der Sache zu sein. Auch schaut er nicht so sehr in der Gegend herum („Was frisst denn mein Kumpel da gerade auf der Weide??“), sondern ist in Gedanken mehr bei mir.

Trotzdem ist das natürlich auch eine Trainingsfrage und es ist meine Aufgabe, die Übungen so zu gestalten, dass er Freude daran hat und von sich aus aufmerksam wird.

Ob ich die Scheuklappen langfristig nutze, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Ausschließen möchte ich es aber nicht und trainiere entsprechend auch gelegentlich mit ihnen weiter.

Kutsch-Geschirr zum Pferd einfahren und Laufen vor dem Gig

Durch seinen Packsattel kennt Egon schon allerlei Klimbim auf dem Rücken und vor der Brust. Deswegen muss ich hier zum Glück nicht mehr allzu viel üben.

Bei dem Kutschgeschirr habe ich mich für das Sieltec Standard Plus Einspänner-Geschirr mit zusätzlichen Polsterungen entschieden. Egon trägt die Größe 1 (Mini) in der feschen Farb-Kombination lila und silbergrau.

Sieltec Kutschgeschirr Shetty

Was Egon noch nicht kennt, ist ein Schweifriemen, da werde ich also in Ruhe testen müssen, wie er darauf reagiert. Eventuell bastel ich das Hintergeschirr auch so um, dass ich gar keinen Schweifriemen als solchen nutze, dazu habe ich auch schon einige Fotos mit Sieltec Geschirren gesehen.

Pferd einfahren: Erste Versuche vor dem Schlitten

Vor ein paar Tagen habe ich das erste Mal die Gunst der Stunde bzw. den Schnee der Stunde genutzt und Egon das erste Mal etwas ziehen lassen. Dafür habe ich zunächst nur den vorderen Teil des Kutschgeschirrs genutzt (also das Brustblatt mit Halskoppel) und die Zugstränge mit Führstricken etwas verlängert.

Meine beste Freundin hat sich dann auf einen Schlitten gesetzt und die verlängerten Zugstränge zunächst in der Hand gehalten während ich Egon geführt habe.

Er war sofort super eifrig bei der Sache und hat sich begeistert ins Zeug gelegt. Als beim Antreten der Zug auf das Brustblatt kam, hat er sich direkt dagegen gestemmt und ist flott losgelaufen.

Auch weitere Geräusche von hinten und den Seiten (unsere Hunde mussten das Spektakel natürlich eifrig kommentieren und um uns herumlaufen) machen ihm überhaupt nichts aus.

Hätte Egon sich doch aus irgendeinem Grund vor dem Schlitten erschrocken, hätte meine Freundin die Zugstränge einfach loslassen können und wäre frei gewesen. Das war mir für den Start lieber als den Schlitten sofort fest zu fixieren.

Danach musste ich es natürlich auch direkt ausprobieren und bin prompt im Schnee gelandet 😉

Die ersten Versuche waren jeweils nur eine Runde um den Round-Pen herum.

Langfristig soll der Schlitten aber natürlich fest befestigt werden, dann mit einem Ortscheit, welches die Bewegungen der Stränge ausgleicht und Scheuerstellen am Pony vermeidet. Hier muss ich mich auch nochmal schlaulesen, wie ich den Schlitten dann so am Ortscheit fixiere, dass alles mit Karabinern noch leicht trennbar ist.

Zukünftige Pläne zum Einfahren von Egon

Wie geht es für Egon und mich jetzt weiter? Prinzipiell in ganz vielen Einzelschritten:

Langzügelarbeit

Meine Langzügelarbeit werde ich wie gewohnt weiter machen. Stellung und Biegung üben, Slalom laufen, Bahnfiguren, Tempiwechsel und und und.

Gebiss

Egon kennt noch überhaupt kein Gebiss und entsprechend muss ich ihn da noch langsam dran gewöhnen. Eine Liverpool-Kandare habe ich schon, bin aber noch nicht ganz sicher, ob diese auch wirklich passt. Das wird sich bei der ersten Anprobe zeigen.

Pferd Gebiss Größe ausmessen

Prinzipiell möchte ich Egon das Gebiss erst einmal am Putzplatz „schmackhaft“ machen, also Gebiss rein, ganz viel loben, kurz stehen lassen, Gebiss wieder raus, Keks rein.

Reifen ziehen

Das Reifen ziehen sollte als Schritt eigentlich vor dem Schlitten mit Gewicht ziehen kommen (damit man das zu ziehende Gewicht langsam steigert), aber ich konnte dem Schnee einfach nicht widerstehen.

Da der Schnee aber leider eh wieder wegtaut werde ich entsprechend demnächst mit Ortscheit und Reifen weitermachen.

In den nächsten Schritten dann natürlich auch nicht nur auf dem Reitplatz, sondern auch draußen im Gelände mit verschiedenen Untergründen.

Fahrkurs

Mein eigener Fahrkurs steht natürlich auch noch aus und ich möchte ihn in diesem Jahr angehen. Wo genau ich diesen mache werde, weiß ich noch nicht.

Entgegen dem, was auf Facebook immer herumgeistert, ist ein Fahrkurs übrigens weiterhin keine Pflicht (Nein, die FN darf immer noch keine Gesetze erlassen). Trotzdem halte ich einen Kurs definitiv für mehr als sinnvoll.

Ich weiß, dass es direkt von Sieltec Einstiegskurse (oder vielmehr „Fahrerlebnisse“) gibt und denke darüber nach, so einen als ersten Schritt zu besuchen, da ich das Konzept sympathisch finde.

Wie es danach konkret weitergeht, weiß ich derzeit noch nicht. Bei mir in der Umgebung gibt es auf jeden Fall auch die Möglichkeit, Kurse zu belegen und da werde ich sicher das eine oder andere Angebot in Anspruch nehmen.

Pferd einfahren

Und dann geht es natürlich noch an das eigentliche Einfahren von Egon. Ich möchte möglichst viele der vorbereitenden Schritte selbst machen und habe viel Spaß daran. Aber zum Einfahren brauche ich dann natürlich Hilfe.

Mir behagt allerdings der Gedanke nicht, mein Pony dafür in einen anderen Stall zu geben und dort einfahren zu lassen. Lieber möchte ich dabei sein und gemeinsam mit ihm lernen. Auch mag ich ihn nicht mehrere Wochen von zuhause wegstellen.

Deswegen weiß ich im Moment noch nicht, wie genau ich das in Angriff nehmen kann, bin aber sicher, dass es auch jemanden gibt, der mein Pony bei uns am Stall regelmäßig trainiert und einfährt.

Kutsche

Tjaaa und dann muss ich natürlich auch noch eine Kutsche oder viel mehr einen Gig shoppen. Was vermutlich Sinn macht vor dem Einfahren mit dem Trainer gemeinsam, um sicher zu gehen, dass der Gig größentechnisch auch zu Egon passt und damit der Kleine es dann auch direkt damit lernt.

Für einen Gig habe ich mich deswegen entschieden, weil ich dann später auch David mitnehmen kann, was mit einem Sulky nicht geht. Auch ist ein Sulky zwar sportlicher, aber ein Gig irgendwie gemütlicher. Wahrscheinlich sollte ich schon einmal anfangen zu sparen 😉

Bisheriges Fazit zum Pferd einfahren üben mit Egon

Egon und ich haben beide viel Freude an den vorbereitenden Übungen zum Einfahren. Ich gehe alles ganz in Ruhe und mit viel Lob an. So können wir beide zusammen lernen, was für mich etwas ganz anderes ist, als ihn einfach woanders einfahren zu lassen.

Trotzdem werde ich mir natürlich auch weiterhin Hilfe und Tipps holen, gerade wenn es dann bald noch „ernster“ wird. Aber erst einmal genießen wir ganz in Ruhe die derzeitige Arbeit am Langzügel und alles, was dazu gehört.

Das Sieltec Zubehör habe ich direkt vom Hersteller kostenlos erhalten. Dies hat keinen Einfluss auf den Inhalt des Artikels. Im Outdoor Blogger Codex, den ich unterzeichnet habe, findest du mehr Informationen dazu.